»SUONI AMOROSI«

 DUO »GIOCO DI SALTERIO« 

Gioco di Salterio

Birgit Stolzenburg: Dulce Melos (Mittelalterhackbrett), Salterio (Barockhackbrett), Hackbrett, Kontrabasshackbrett

Hans Brüderl: Vihuela, Renaissancegitarre, Renaissancelaute, Theorbe

Salterio und Laute breiten in der »Aria Amorosa« von Nicola Matteis ihr feinstes und emotionalstes Klangspektrum voller Zärtlichkeit und heiterer Gelassenheit aus. Die Liebe zu ihren Instrumenten und deren differenzierten Klangwelten trägt das Spiel von Birgit Stolzenburg und Hans Brüderl und ist bestimmend für die Auswahl und Interpretation der Musikstücke vom Spätmittelalter bis zum Hochbarock. Mit insgesamt acht verschiedenen Instrumenten lassen sie die Klangwelt von Lauten, Gitarren, Psalter und Hackbrett wiedererstehen.

Zwei Saiteninstrumente, eines gezupft, eines geschlagen, gehörten über Jahrhunderte zur Klangwelt der Musik an Fürstenhöfen und im Kirchenraum. Sie fehlen nicht bei den Reigentänzen der Renaissance, dem höfischen Zeremoniell der Barockzeit und den Lobgesängen zur Verehrung Gottes. Eines ist bis heute bekannt und im Musikleben präsent, das andere erobert sich erst seit Kurzem seinen Platz in der Musik vom Spätmittelalter bis zur Frühklassik zurück.

Das Hackbrett ist das einzige mit Hämmerchen geschlagene Saiteninstrument. Seine Entwicklung mündet in die Tasteninstrumente, dem Hammerklavier Mozarts und Beethovens bis hin zum modernen Flügel. Die Bezeichnungen reichen von »Dulce Melos« (Burgund um 1440) über Salterio (Brescia 1696) bis Hackbrett (Zürich 1447) und Cymbal. Es gibt zwei Entwicklungsstränge, einen aus dem gezupften Psalterium und einen aus dem Monochord des Mittelalters. Aus Dulce Melos wird Dulcimer (engl.), aus Psalterium Salterio (ital.).

Um 1700 macht die Erfindung eines großen Hackbretts mit spektakulärem Tonumfang bis zu den tiefsten Basstönen an den Fürstenhöfen Deutschlands Furore. Der Erfinder ist Pantaleon Hebestreit. Sein »pantalonisches Cymbal« verschwindet erst mit dem Siegeszug des im Gegensatz zum Cembalo dynamisch spielbaren Hammerklaviers. Mit dem Kontrabasshackbrett wird die Faszination des Hebestreitschen Pantalons wieder erlebbar.

Die Laute ist das wichtigste Zupfinstrument bis zum Ende des Generalbasszeitalters. Sie war ursprünglich mit nur 5–6 Doppelsaiten bespannt, hat sich aber im Laufe der Zeit zu einem voluminösen Instrument mit bis zu 14 Chören entwickelt. Als Theorbe war sie in der barocken Aufführungspraxis ein unverzichtbares Begleitinstrument. Die Gitarre nahm ihren Anfang mit der spanischen Vihuela und der Renaissancegitarre und entwickelte sich rasch zum beliebten Instrument für Liedbegleitung, aber auch zum hochwertigen Soloinstrument an zahlreichen Königshöfen.